Ein großer Teil der Naturschutz-Jobs steckt in Behörden und Verbänden, und viel davon ist Schreibtischarbeit: Stellungnahmen zu Bauvorhaben, Schutzgebietsverordnungen, Förderanträge für Artenschutzprojekte. Wer vor allem draußen arbeiten will, sollte gezielt nach Kartierung und Gebietsbetreuung suchen.
Die größte Gruppe von Arbeitgebern sind die Naturschutzbehörden. Die unteren Naturschutzbehörden sitzen bei Landkreisen und kreisfreien Städten und prüfen, ob Bauvorhaben, Straßen oder Windparks mit dem Naturschutzrecht vereinbar sind. Zentral ist dabei die Eingriffsregelung: Wer Natur beeinträchtigt, muss das ausgleichen, und jemand muss festlegen, wie. Dazu kommen je nach Bundesland obere Behörden bei Regierungspräsidien oder Bezirksregierungen, die Landesämter sowie die Verwaltungen von Nationalparks und Biosphärenreservaten.
Naturschutzverbände stellen vor allem für Projektarbeit und Verbandspolitik ein. Viele dieser Stellen hängen an Förderprogrammen, etwa am Bundesprogramm Biologische Vielfalt oder an EU-LIFE-Projekten. Landschaftspflegeverbände und biologische Stationen, die es vor allem in Nordrhein-Westfalen gibt, arbeiten näher an der Fläche. Sie organisieren Pflegemaßnahmen gemeinsam mit Landwirt:innen und Kommunen und betreuen Schutzgebiete vor Ort.
Planungs- und Gutachterbüros erstellen für Vorhabenträger landschaftspflegerische Begleitpläne, artenschutzrechtliche Prüfungen und FFH-Verträglichkeitsprüfungen. Hier entstehen auch die meisten Stellen für Kartierer:innen. Diese sind oft saisonal und werden häufig im Winter für die Saison ab März ausgeschrieben.
Üblich ist ein Studium der Biologie, Landschaftsökologie, Geoökologie oder Landschaftsplanung, für Behördenstellen auch Forst- oder Umweltwissenschaften. Wichtiger als der genaue Studiengang ist oft die Artenkenntnis. Wer Vögel am Gesang erkennt oder sich bei Fledermäusen oder Amphibien sicher auskennt, hat in Büros und Verbänden einen echten Vorteil. Zertifikate für Artenkenntnis helfen, das nachzuweisen. Fast überall gefragt sind GIS-Kenntnisse, meist QGIS oder ArcGIS, und für den Außendienst ein Führerschein.
Ohne Studium führt der Weg meist über eine Ausbildung in einem grünen Beruf, etwa als Forstwirt:in oder Gärtner:in. Mit Berufserfahrung kannst du dich anschließend zur geprüften Natur- und Landschaftspfleger:in fortbilden. Das ist der Abschluss für Ranger:innen in Schutzgebieten. Für viele ist ein Freiwilliges Ökologisches Jahr der erste Kontakt mit dem Berufsfeld.
In Behörden richtet sich das Gehalt nach TVöD oder TV-L. Sachbearbeitungsstellen mit Bachelor liegen meist zwischen EG 9b und EG 11, Referent:innenstellen mit Master häufig bei EG 12 oder EG 13. Verbände zahlen oft in Anlehnung an diese Tarife, manchmal etwas darunter. Projektstellen sind fast immer befristet, und Teilzeit ist verbreitet. Der Einstieg läuft deshalb oft über ein befristetes Projekt. Unbefristete Stellen sind eher in der Verwaltung zu finden.
Naturschutz überschneidet sich mit Klimaschutz, etwa bei der Wiedervernässung von Mooren, ist aber ein eigenes Arbeitsfeld mit eigenem Rechtsrahmen. Stellen rund um Energie- und Klimakonzepte findest du unter Klimaschutz Jobs. Wer lieber mit Tieren als mit Flächen arbeitet, schaut beim Tierschutz vorbei. Einen Überblick über einzelne Berufe gibt unser Artikel zu den Berufen im Umwelt- und Naturschutz.